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Kleine Besonderheiten beim Umgang mit einer OrderedDictionary-Collection und wie man sie löst

Nach mehr als 10 Jahren intensiver PowerShell-Nutzung komme ich immer öfter in Situationen, in die Art und Weise wie PowerShell mit (Daten-) Typen umgeht einiges an Nerven kostet und ich mehr und mehr frage, ob dies bei richtigen Skriptsprachen wie Python oder Ruby auch so ist. Ein „Fehler“ aus heutiger Sicht war sicherlich, dass das PowerShell-Team damals im Jahr 2004 das Typensystem des .NET Framework übernommen hatte, das damals selber noch ganz neu war und erst in der Version 1.1 vorlag. Aus meiner Sicht wäre es besser gewesen, wenn die PowerShell-Entwickler damals ein eigenes Typensystem implementiert und sich nur so wenig wie möglich an das .NET-Typensystem angedockt hätten. Aber diese Option gab es damals nicht.

Die „Besonderheit“, um die es in diesem Blog-Beitrag geht, wird nur auf den zweiten Blick deutlich. Ausgangspunkt ist eine Hashtable, also eine Liste von Schlüssel=Wert-Paaren. Hier ein Beispiel:

Bis zu diesem Punkt ist hoffentlich alles klar. Wir haben eine Hashtable mit drei Schlüssel-Wert-Paaren. Die Schlüssel sind „1000“, „2000“ und „3000“.

Ein Problem mit Hashtables ist, dass es keine Garantie gibt, dass die Elemente in der Folge ausgegeben werden, in der sie hinzugefügt wurden. Um dieses Problem zu umgehen, muss dem @{} nur ein [Ordered] vorangestellt werden.

Jetzt bleibt die Reihenfolge erhalten. Der Grund dafür ist ganz einfach, dass die Hashtable keine Hashtable mehr ist. Die Variable H steht jetzt für ein OrderedDictionary. Das bedeutet unter anderem, dass die Methode ContainsKey für das Abfragen eines Schlüsselwertes nicht mehr vorhanden ist. Ein Skript, dass diese Methode verwendet, muss daher angepasst werden.

Sehr viel schwerer wiegt, dass die Verwendung des Schlüsselwertes nicht mehr funktioniert.

Ein

führt zu keinem Ergebnis mehr. Ein Wert wird über die allgemeine Item()-Methode abgerufen. Aber auch hier gibt es eine „Besonderheit“. Damit der Wert als Schlüssel und nicht als Index erkannt wird, muss der vom Typ Object sein.

Ein

liefert wieder nichts. Ein

liefert den Wert „Wert 1“.

Bei solchen Klimmzügen frage ich immer, wenn ich mit meinen 10+ Jahren PowerShell-Know how ins Schwimmen komme und einiges probieren muss, um zu gewünschten Ergebnis zu kommen (allerdings komplett ohne Internet-Recherche), wie soll es ein typischer PowerShell-Anwender ohne Programmiererfahrung schaffen?

Die Lösung für die ganze „Hashtable-Problematik“ besteht für mich darin, auf das [Ordered] zu verzichten und damit zu leben, dass die Reihenfolge der Werte nicht der Reihenfolge entspricht, in der die Werte zur Hashtable hinzugefügt wurden.

PS: Ein kleiner Trick fiel mir beim Schreiben des letzten Absatzes ein: Per Typenkonvertierung in eine Hashtable verhält sich das OrderedDictionary wieder wie eine Hashtable und es gibt z.B. eine ContainsKey()-Methode.

Damit funktioniert auch der Zugriff über den Schlüssel wieder wie gewohnt:

PowerShell-Experten-Tipp: Array-Eigenschaften in Klassen

Eigenschaften in per class-Befehl definierten Klassen können einen beliebigen Datentyp besitzen, natürlich auch Array bzw. den Datentyp für ein mehrdimensionales Array mit Werten eines wiederum beliebigen Typs. Die Schreibweise für den Datentyp ist dieselbe wie bei einer Variablendeklaration, also z.B. [Double[,]] für ein zweidimensionales Array mit Double-Werten.

Das folgende Beispiel ist abstrakt und dient lediglich dazu, die Syntax zu veranschaulichen.

Ausgangspunkt ist eine Klasse M. Sie besitzt eine Property Prop1.

Die zweite Klasse N> besitzt eine Array-Property mit Objekten vom Typ N.

Der Eigenschaft Werte werden direkte Werte zugewiesen, das Array muss also nicht initialisiert werden.

Soll eine Klasse eine Eigenschaft besitzen, die auf einem zweidimensionalen Array basiert, wird für Schreibweise des Datentyps die bei der PowerShell allgemein übliche Schreibweise verwendet.

Außerdem muss die Property explizit per New-Object initialisiert werden, da ansonsten das Array nicht angelegt wird.

Tipp: Die Anzahl der Dimensionen liefert die rank-Eigenschaft des Array. Über die Methode GetUpperBound() erhält man die Obergrenze für eine bestimmte Dimension (0, 1 usw.).