Neue Richtung für die PowerShell – alles auf Open Source und Cross-Plattform, die Windows PowerShell als Auslaufmodell

Vor einigen Tagen hat das PowerShell Team bei Microsoft in einem Blog-Eintrag die künftige Richtung skizziert, die die PowerShell (in Zukunft;) nehmen soll:

https://blogs.msdn.microsoft.com/powershell/2017/07/14/powershell-6-0-roadmap-coreclr-backwards-compatibility-and-more/

Die wichtigsten Aussagen sind für mich in Kurzform:

>Die Entwicklung von WMF 5.1 und der Windows PowerShell 5.1 wird praktisch eingestellt. Es sollen lediglich wichtige Bux-Fixes vorgenommen werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass WMF und damit die PowerShell bei Windows Server irgendwann (auf absehbare Zeit) nicht mehr von Anfang an dabei sind wird. Es bedeutet, dass es keine neuen Versionen von WMF mehr geben wird und auch ein Windows Server 2018, 2020 usw. das WMF 5.1 enthalten wird, das irgendwann als optionales Feature nachinstalliert werden muss.

>Die künftige Entwicklung der PowerShell fokussiert sich auf die Open Source PowerShell (PowerShell Core), die in der Version 6.0 bereits vor einiger Zeit für „Ende des Jahres“ in Aussicht gestellt wurde. Die neue PowerShell wird es immer für alle wichtigen Plattformen (Linux, Mac OSX und natürlich Windows geben).

Da diese PowerShell auf .NET Core basiert und nicht auf dem .NET Framework, lassen sich einige Merkmale nicht abbilden. Das betrifft vor allem Workflows.

Alles in allem ist das keine dramatische Ankündigung, da es WMF und die PowerShell 5.1 noch viele Jahre geben wird und es für ca. 95% aller Anwender keinen echten Bedarf an neuen Funktionalitäten geben dürfte. Würde Microsoft die Entwicklung der PowerShell komplett einstellen, die meisten Anwender würden es gar nicht mitbekommen (an Cmd.exe wurde vermutlich seit über 20 Jahren nichts Neues mehr hinzugefügt).

Sollte man unbedingt ein Merkmal nutzen wollen, da es nur in der PowerShell Core gibt (in Aussicht gestellt wurde z.B. eine verbesserte Parallelverarbeitung), sollte es kein Problem sein, das Skript mit der neuen PowerShell Core auszuführen, die parallel zur alten PowerShell betrieben werden kann.

Was mich an dem Richtungswechsel etwas stört ist, dass er für mich einmal mehr deutlich macht, dass unter dem „neuen“ CEO Satya Nadella Windows Server nach und nach auf ein Abstellgleis geschoben wird was Innovationen für kommende Version angeht. Ca. 90% aller Windows Administratoren dürften sowohl der Umstand, dass die PowerShell Open Source ist als auch der Umstand, dass sie auf jede Plattform portiert werden kann, so gut wie egal sein, sofern sie das überhaupt mitbekommen. Es wird also eine Produktpolitik weit weg von den Anforderungen und Wünschen der Kunden betrieben.

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