PowerShell goes Open Source?

Noch ist es nicht offiziell, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das PowerShell-Team im Laufe des Jahres den Kern von WMF (Windows Management Framework) im Quellcode unter GitHub freigibt und die PowerShell damit zu einer Open Source-Anwendung wird.

Die Adresse gibt es bereits:

https://github.com/powershell

Aktuell sind dort u.a. alle von Microsoft veröffentlichten DSC-Ressourcen, Module wie PSReadLine, die Open SSH-Portierung und die Sprachspezifikation zu finden. Interessant ist, dass offenbar auch die PowerShell-Dokumentation (endlich) in verschiedene Sprachen übersetzt wird. Die entsprechenden Unterverzeichnisse und damit Projektnamen liegen bereits vor.

Damit keine Missverständnisse entstehen. Ob es eine „Open Source-PowerShell“ jemals geben wird ist aktuell pure Spekulation meinerseits, aber ich denke, dass einiges dafür spricht. Es ist aus meiner Sicht weniger eine Frage des Wollens, sondern eher eine Frage des Könnens bzw. der Organisation. Damit ein Projekt „Open Source“ gehen kann, das nicht von Anfang an quelloffen entwickelt wurde, ist viel Vorbereitunsaufwand erforderlich, so dass dies nicht einfach auf Knopfdruck geschehen kann. Ein Open Source-Projekt bedeutet (natürlich) nicht nur, dass der Quellcode auf GitHub heruntergeladen werden kann, es bedeutet in erster Linie, dass die Community in den Entwicklungsprozess integriert werden kann und Änderungen in Gestalt von „Pull requests“ aus der Community wieder in den Entwicklungsprozess einfließen können. Dazu muss ein interner Prozess etabliert werden, bei dem z.B. sichergestellt ist, dass die Änderungen zuvor getestet wurden. Ähnlich oder identisch jenem Prozess, der bereits für .NET Core, dem Open Source-Kern des .NET Framework, etabliert wurde. Und dieser Prozess bedeutet bei Microsoft, dass sich festangestellte und in der Regel gut bezahlte Mitarbeiter darum kümmern. Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, dass die inzwischen zahlreichen Open Source-Projekte auch Microsoft jedes Jahr ein paar Millionen kosten dürften.

Auf alle Fälle ist es eine spannende Entwicklung. Ich kann mir gut vorstellen, dass es anlässlich der Build-Konferenz Ende März oder anlässlich der Ignite-Konferenz im September dieses Jahres entsprechende Ankündigungen geben wird.

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