Bericht vom PowerShell und DevOps Summit 2016

Hier ist ein kurzer Bericht vom PowerShell und DevOps Summit 2016, an dem ich Anfang April teilgenommen habe.

Durchgeführt wurde die Konferenz, wie in den letzten Jahren, von PowerShell.org, hinter dem vor allem Don Jones und Jason Helmig stehen.

Alle Infos zu der Veranstaltung gibt es hier: http://powershell.org/wp/summit/

Die Konferenz fand vom 3. bis 6. April im Meydenbauer Center in Bellevue/WA statt. Einer hübschen „Kleinstadt“ vor den Toren der US-Metropole Seattle im Nordwesten der USA und damit fast in „Sichtweite“ zum Microsoft-Campus im benachbarten Redmond.

Mein Fazit vorweg: Die 3 bzw. 4 Tage waren ausgefüllt mit teilweise sehr interessanten Vorträgen. Die Vorträge fanden in der Regel zeitgleich in drei Räumen statt, die Vorträge in zwei Räumen wurden aufgenommen (mit kostspieligem Equipment) und werden sicher in Kürze auf YouTube zur Verfügung stehen (https://www.youtube.com/user/powershellorg).

Aus Deutschland war meines Wissens niemand anwesend, auch Europa war insgesamt sehr spärlich vertreten (ich glaube, jemanden aus Dänemark gesehen zu haben). Ein Grund kann natürlich sein, dass nächste Woche in Hannover die europäische PowerShell User-Konferenz mit Top-Besetzung stattfindet: http://www.psconf.eu/

Hier noch ein paar Details zum Summit. Einen kompletten „Reisebericht“ wollte ich dieses Mal nicht schreiben, so dass es nur ein paar Stichworten bleibt. Wer schon einmal auf einer technischen Konferenz oder auf der deutschen PowerShell Community-Konferenz war, kennt die Atmosphäre und den Ablauf. Man hört Vorträgen zu und hat in den Pausen und danach die Gelegenheit sich mit anderen PowerShell-Usern auszutauschen. Auch die einzelnen Sprecher stehen meistens noch irgendwo herum, so dass man auch mit den Experten ins Gespräch kommen kann. Der Reiz des Summits liegt natürlich in dem Umstand, dass das Microsoft-Hauptquartier in Redmond nur ein paar Autominuten entfernt ist und daher auch Mitglieder des PowerShell-Teams leicht vorbeischauen können. Da Jeffrey Snover in dieser Woche offenbar im Urlaub auf Hawaii war, gab es leider keinen Über- und Ausblick aus seiner Sicht. Dafür gaben am dritten Konferenztag Kenneth Hansen und Angel Calvo einen Überblick über 10 Jahre PowerShell (die Version 1.0 wurde am 10. November 2016 freigegeben), der am Ende sogar in einer kleinen Ankündigung mündete: Mit Windows Server 2016 wird es ein WMF 5.1 und einer etwas überarbeiteten PowerShell-Version geben.

Bruce Payette, der „geistige Vater“ der PowerShell-Skriptsprache war auf der Konferenz anwesend, ohne aber einen Vortrag zu halten. Eine interessante Aussage von ihm war, dass der mit der Version 5 eingeführte class-Befehl nicht nur das Erstellen von DSC-Ressourcen vereinfacht, sondern auch eine neue Semantik für PowerShell-Skripte mit sich bringt, in dem in Zukunft z.B. anstelle von Functions, die einfach etwas dadurch zurückgeben, in dem sie Werte in die Pipeline legen, Klassen mit Eigenschaften verwendet werden, die ihren Wert über den return-Befehl als Teil des „getters“ zurückgeben. Der Trend, dass sich die PowerShell etwas stärker zu einem Entwicklungswwerkzeug (für den „Admin 2.0“ ist Programmierung kein Fremdwort mehr, sondern ein selbstverständlicher Teil seiner Arbeit) wird, wird dadurch auch in der Praxis entsprochen.

Bemerkenswert war wie viele (junge) Frauen im DSC-Team arbeiten. Das wurde am dritten Tag im Rahmen der „Lightning Demos“ deutlich, in denen Mitarbeiter des PowerShell- und des DSC-Teams kleine Neuerungen zeigten, die in den nächsten Wochen vor allem in die PowerShell Gallery einfließen werden.

Ein sehr interessanter Vortrag, den ich jeden empfehlen kann, der mit der PowerShell in die „Tiefen des Betriebssystems“ hinabsteigen möchte, war der Vortrag von Matt Graeber mit dem Titel „Low
Level Techniques for the Win32 API“. Matt ist, was ich nicht wusste, der Autor von PowerSploit und PowerShell Arsenal und betreibt unter http://www.exploit-monday.com/ ein Blog, in dem es um das Thema „Exploits“ geht und damit um ein Thema, das immer wichtiger wird. Da viele Hacker inzwischen die PowerShell als ihr Lieblingstool entdeckt haben (ein Umstand, auf den Bruce Payette sogar ein wenig stolz zu sein schien), müssen Admins, die mit dem Thema Sicherheit betraut sind, Techniken lernen, über die sich Schwachstellen entdecken und beheben lassen bevor es die Hacker tun.

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