Wie gut bin ich in PowerShell? Das Very Effective Exam testet Deine Fähigkeiten

Auf dem DevOps and PowerShell Summit 2016, der Anfang April stattfand, gab es wieder die Gelegenheit an einem „Very Effective Exam“ teilzunehmen (den etwas ungewöhnlichen Namen muss sich der Erfinder des Tests, vermutlich Don Jones himself, ausgedacht haben). Der Test ist eine Art „Wie gut kann ich mit der PowerShell umgehen?“-Test und entstand in erster Linie aus dem Umstand einer fehlenden offiziellen Alternative, da sich Microsoft offenbar weigert eine Zertifizierung für die PowerShell einzurichten.

Der Tests bestand dieses Mal darin, dass man ein kleines PowerShell-Skript mit einer Function, in der einfache WMI-Abfragen durchgeführt wurden, und den per Start-Transcript aufgezeichneten Output des Skriptes vorgelegt bekam. Das Skript enthielt ca. 10 Fehler, die dazu führten, dass einzelne Befehle nicht ausgeführt oder so geschrieben waren, dass der angegebene Output nicht hätte resultieren können. Das größte „Rätsel“ (leider auch für mich) war, warum der Aufruf von Get-Help keinen Output produzierte. Für das Finden der Fehler hatte man 60 Minuten Zeit. Hilfsmittel waren keine zugelassen außer einem Blatt Papier und einem Kugelschreiber.

Wenn sich die Aufgabe vielleicht einfach anhören mag, der Test hatte es in sich, denn man musste genau hinschauen, auf Kleinigkeiten achten und vor allem die Feinheiten von Advanced Functions sehr gut kennen, ein wenig über WMI und CIM Bescheid wissen, vor allem aber der Lage sein deduktiv zu arbeiten. Mit anderen Worten: Wenn der Output so aussieht, dann muss das Cmdlet, das diesen Output produziert, mit jenen Parametern und deren Werten aufgerufen werden.

Ich empfand die Aufgabe am Anfang als relativ schwer und vor allem ungewöhnlich aufgrund der Aufgabenstellung, nach einer Weile hatte ich mich etwas daran gewöhnt und etwa eine halbe Stunde später (an dem Tisch, an dem ich saß, schrieben die anderen bereits eifrig – ich kam mir fast vor wie bei einer Klassenarbeit in der Schule oder einer Prüfung an der Fachhochschule) war ich relativ entspannt und hatte das Gefühl fast alles im Griff zu haben. Offenbar eine Selbsttäuschung, denn wie es aussieht habe ich den Test nicht bestanden. Dazu hätte ich mindestens 8 der 10 Fehler finden bzw. die Befehle so ändern müssen, dass das protokollierte Ergebnis herauskam. Der Umstand, dass es nur ca. 20% der ca. 40 Teilnehmer, alle mehr oder weniger erfahrene PowerShell-User, geschafft hatten (also knapp 8) ist in diesem Zusammenhang nur ein kleiner Trost.

Die Lehre aus der Geschichte: Achte auf die Kleinigkeiten und glaube nicht ein Werkzeug verstanden zu haben bis Du es wirklich verstanden hast. Auf der anderen Seite: Es dürfte äußerst selten vorkommen, dass man nur knapp 1 Stunde Zeit hat und in einer künstlichen Stresssituation die Fehler in einem Skript finden und dabei auf jede Kleinigkeit achten muss. Dennoch sind solche Tests eine gute Gelegenheit seine eigene Fähigkeiten einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Allzu oft gibt man sich nach dem Motto „Passt schon“ mit einem Kompromiss zufrieden. Ganz optimal ist diese Einstellung nicht.

Wer sich nun für die Aufgabe interessiert: Don Jones war dieses Mal gnädig und hat die Aufgabe nicht nur veröffentlicht, sondern auch höchstpersönlich die Lösung kommentiert:

http://powershell.org/wp/2016/04/22/verified-effective-exam-results/

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