PowerShell unter Ubuntu – die ersten Schritte

Seit dem 18. August 2016 heißt die Windows PowerShell ganz einfach nur noch „PowerShell“ und steht als Open Source-Projekt nicht nur für Windows, sondern auch für verschiedene Linux-Distributionen und Mac OS X zur Verfügung (allerdings nicht für iOS, so dass die PowerShell z.B. nicht auf einem iPad installiert werden kann – jedenfalls solange nicht wie sich jemand die Mühe macht .NET Core für iOS zu portieren).

Dabei kommt es wie üblich auf die Feinheiten an. Open Source und damit portabel ist nicht die aktuelle PowerShell 5.0 wie wir sie kennen, die mit der kommenden Version 5.1 offiziell „Desktop Edition heißen wird, sondern eine frühe Alpha-Version einer kommenden Version 6.0. Das bedeutet konkret, dass viele wichtige Funktionen, etwa Cmdlets für WMI- und AD-Abfragen, aktuell noch nicht zur Verfügung stehen. Sie werden kommen, aber das kann noch eine Zeit dauern. Mit anderen Worten, allzu viel anfangen kann man mit der am 18.8 freigegebenen Version im Moment noch nicht.

Dennoch ist alleine der Umstand, dass die PowerShell endlich auch unter Linux läuft faszinierend genug, um es einfach einmal ausprobieren.

Die folgenden Schritte beziehen sich auf Ubuntu 16.04 Desktop:

Schritt 1: Herunterladen der Deb-Datei

Die Downloadadresse für die 0.9 Alpha für Ubuntu 16.04 ist:

https://github.com/PowerShell/PowerShell/releases/download/v6.0.0-alpha.9/powershell_6.0.0-alpha.9-1ubuntu1.16.04.1_amd64.deb

Schritt 2: Installieren
Was macht man mit einer Deb-Datei unter Linux? Zumindestens unter Ubuntu funktioniert der Doppelklick. Das Paket wird damit installiert, was in diesem Fall lediglich bedeutet, dass sein Inhalt in ein eigenes Verzeichnis kopiert und im Verzeichnis usr\bin eine Art Verknüpfung auf die Powershell-Programmdatei angelegt wird.

Die Suche nach dem Begriff "PowershelL" war erfolgreich

Die Suche nach dem Begriff „PowershelL“ war erfolgreich

Schritt 3: PowerShell starten
Wie startet man eine Anwendung unter Ubuntu, wenn man nur Windows kennt? Gute Frage. Ich habe mir so beholfen, dass ich zuerst das Terminal-Programm gestartet habe, dahinter steckt die Bash-Shell, dann auf vertraute Weise per cd in das Verzeichnis \usr\bin navigierte und dann die PowerShell durch Eingabe von „.\powershell“ startete. Die PowerShell startet nicht in einem eigenen Fenster, sondern läuft im aktuellen Terminalfenster.

Unter Ubuntu belegen die meisten Prozesse nur ein paar KB statt über 100MB

Unter Ubuntu belegen die meisten Prozesse nur ein paar KB statt über 100MB

Interessant ist, dass mein „Lieblingsbefehl“ Get-Process | Where WS -gt 50MB keine Ausgabe zur Folge hatte. Wie sich herausstellte, gibt es bei Ubuntu kaum einen Prozess, der mehr als 100KB (!) belegt.

PowerShell unter Ubuntu

PowerShell unter Ubuntu

Wie erwartet funktioniert einiges nicht, z.B. WMI-Abfragen über Get-CIMInstance.

Das Ganze war eher eine Art Schnelldurchlauf. Eine schönere Anleitung gibt es von Sebastian Klenk, technischer Evangelist bei Microsoft – er beschreibt in einem Blog-Eintrag wie sich die PowerShell in einer Ubuntu-VM unter Azure installieren lässt, in dem er sich von seinem Windows 10-PC unter dem neuen Ubuntu Subsystem per SSH mit dem Azure Ubuntu verbindet und über diese Verbindung die PowerShell installiert:

https://blogs.technet.microsoft.com/sebastianklenk/2016/08/19/how-to-powershell-on-linux/

Coole Sache! (aber nicht vergessen: Auch eine Ubuntu-VM kostet bei Azure Geld – Open Source hin oder her;)

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