10 Jahre PowerShell – Zwischenbilanz und ein Blick in die Zukunft

Am 14. November 2016 wurde die PowerShell 1.0 offiziell als Download freigegeen – damals noch etwas unfertig mit gerade 139 Cmdlets, ohne (direkte) AD-Unterstützung, ohne Module, ohne PS-Remoting, aber mit einer vollständigen Hilfe. Es hat ein paar Jahre gedauert bis sie von den Administratoren angenommen wurde, heute hat sich sie als ein Allround-Werkzeug etabliert, das in einigen Bereichen (Exchange Server) sogar alternativlos ist. In den Jahren ist die Funktionbalität stark angewachsen – alleine von Microsoft dürften die verschiedenenen Produktteams einige Tausend Cmdlets und Functions entwickelt haben (es ist zudem erstaunlich, wie viele PowerShell-Skripte bereits bei Windows 7 dabei waren und unbemerkt von den meisten Anwendern in den tiefen vom System32-Verzeichnis ihr Schattendasein fristeten).

Natürlich ist Quantität nicht autommatisch gleich Qualität, aber bei der PowerShell stimmt das Verhältnis. Das bei den von Microosft produzierten Cmdlets nur sehr wenig „Füllmaterial“ dabei ist macht der Umstand deutlich, dass Cmdlets für das Ein- und Auspacken von Zip-Dateien erst mit der Version 5.0 dazu kamen.

Mit der PowerShell hat sich der geistige Vater Jeffrey Snover, der bei Microsoft inzwischen nicht nur zum „Distinguished Engineer“ ernannt wurde, sondern seit ein paar Jahren auch die Windows Server-Gruppe leitet, ein Denkmal geschaffen.

Ich erinnere mich noch ganz gut als ich mich sehr früh morgens zu eimem Vortrag aufmachte, der anläßlich des Microsoft IT Forums im November 2006 in Barcelona stattfand, nur um aus erster Hand etwas über die neue PowerShell zu erfahren. Anstelle eines typiscchen jung-dynamischen Microsoft-Sprechers stand da ein etwas älterer Typ mit einer Krawatte (!) in einem Raum, der eher an einem Hörsaal erinnerte, hinter einem Tisch und redete mit eher monotoner Stimme. Die kleine Enttäuschung legte sich jedoch schnell wieder. Seit Jahren sind seine Vorträge, etwa der Klassiker „PowerShell Unplugged“, für mich ein Highlight auf jeder Microsoft-Konferenz, ob TechEd (z.B. jene, die 2009 in Berlin stattand, die PowerShell 2.0 war gerade erschienen, so dass der Vortrag voller Neuerungen war, auf die man lange gewartet hatte), Build oder jetzt Ignite. Alle diese Vorträge gibt es kurz danach auf Channel 9, so dass man längst nicht mehr irgendwo hin reisen oder gar früh aufstehen muss.

Wer sich auf kleine Reise in die Vergangenheit begeben möchte, findet auf Channel 9 sogar noch ein Interview mit Jeffrey Snover aus dem Jahr 2006:

https://channel9.msdn.com/showpost.aspx?postid=256994

Heute am 14. November begeht das PowerShell-Team das Jubiläum mit einer ganztägigen Konferenz, die auf Channel 9 live übertragen wird, und die einige ausgefallene Vortragsthemen umfasst:

https://channel9.msdn.com/Events/PowerShell-Team/PowerShell-10-Year-Anniversary

Neben Mitgliedern des Entwicklerteams werden auch paar PowerShell-Promis wie Ex-Scripting Guy Ed Wilson, Don Jones und Chrissy Le Mare (u.a. bekannt für die SQL Server Dba Tools) mit dabei sein.

Dazu noch ein Buchtipp mit Nostalgie-Faktor: Das Buch „Introducing the MSH Command Shell and Language“ von Andy Oakley war das allererste Buch zur PowerShell. Es ist auch über 12 Jahre später immer noch lesenswert, u.a. beschreibt der Autor wie man es schafft eine Konsolenausgabe in verschiedenen Farben auszugeben. Das Buch gibt es bei Amazon bereits ab 1 Cent – für echte PowerShell-Fans eigentlich ein „Must have“.

Es ist bemerkenswert, dass der 14.11 auch der 300te Todestag des deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz ist. Was hat ein Philosoph mit der PowerShell zu tun? Als Codenamen für die spätere PowerShell wählte Jeffrey Snover das Wort „Monad“ als Referenz auf die Theorie der Monaden des großen deutschen Denkers. Demnach ist ein Monad das kleinste Element, aus dem alles Leben und alle Materie besteht. Von Leibniz wird auch überliefert, dass er über sich selbst sagte: „Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, um sie niederzuschreiben.“ Wäre da nicht das selbst auferlegte „To ship is to choose“-Mantra des PowerShell-Teams, würde das im übertragenen Sinne auch auf Jeffrey Snover und seine Entwickler zutreffen.

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