Grafische Oberflächen für PowerShell-Skripte – ein WPF-Template (Teil 1)

Ein PowerShell-Skript mit einer kleinen Benutzeroberfläche auszustatten ist grundsätzlich nicht schwer – die größte Herausforderung für einen Admin, der kein Entwickler ist, ist es, das Prinzip zu verstehen und einen Einstieg zu finden. Natürlich gibt es seit vielen Jahren sehr viel Material im Web, unzählige Tutorials und Beispiele und mit ShowUI ein Modul, das einen genialen Ansatz verfolgt, aber leider seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird. Aber, weniger wäre eventuell in diesem Fall mehr. Die Fülle des Angebots macht den Einstieg nicht unbedingt leichter, zumal viele der Beispiele bereits einige Jahre alt und etwas umständlich umgesetzt wurden.

Mit Windows Forms und WPF gibt es zwei Alternativen (mit HTML und JavaScript gibt es noch eine dritte Alternative, wie das sehr interessante Phosphor-Module zeigt). Beide haben ihre kleineren Vor- und Nachteile. Beide sind allerdings an Windows gebunden. Wer bereits „cross Plattform“ denkt und plant, sollte sich mit dem Phosphor-Modul von David Wilson beschäftigen: https://github.com/PowerShell/Phosphor. Der Autor hat es auf der letzten PoshConf Eu persönlich vorgestellt.

Ich bevorzuge in der Regel WPF, da mir der Umstand, dass das Fenster in XML, genauer gesagt in XAML, definiert wird, etwas besser gefällt. Auch wenn weder Eingabehilfen noch keinen Designer gibt (sieht man von Visual Studio ab), ist die Umsetzung etwas einfacher als bei Windows Forms, wenngleich ich seit vielen Jahren mit WPF programmiere, so dass mir die ganze Syntax bereits sehr vertraut ist (man muss lediglich daran denken, dass es auf die Groß-/Kleinschreibung ankommt).

Um nicht jedes Mal bei Null beginnen und sich von Irgendwo her im Web ein XAML-Grundgerüst besorgen zu müssen, stelle ich im Folgenden ein Grundgerüst für ein PowerShell-Skript vor, das ein Fenster mit einem Label, einer Textbox und einem Button anzeigt. Nach einem Klick auf den Button wird der Inhalt der Textbox in einer Messagebox angezeigt und das Fenster wird wieder geschlossen.

Das Template ist als Ausgangspunkt für eigene Dialogfelder gut geeignet. Das erforderliche Know-how zu WPF findet man an vielen Stellen im Web, z. B. http://wpftutorial.net und http://www.wpf-tutorial.com. Auf beiden Seiten findet man viele kleine XAML-Beispiele für die Standard-Controls, die man 1:1 in die XAML-Definition des PowerShell-Skripts übernehmen kann.

Kopiert das folgende Skript einfach in die ISE oder in die Konsole (dank PSReadline kein Problem) und startet das Ganze. Das Fenster sollte daraufhin angezeigt werden.

Auch wenn das natürlich eine Menge Text ist, ist das Ganze am Ende doch eine relativ überschaubare Angelegenheit.

Die Farbwahl es zugegeben etwas gewagt, aber es sollte kein Problem sein, dass sich jeder passendere Farben ausdenkt.

Tipp: Wer hauptsächlich mit der ISE arbeitet, kann den gesamten Text per New-ISESnippet-Cmdlet als Textausschnitt ablegen und ihn dadurch als Ausschnitt verfügbar machen. In Visual Studio Code ist es etwas mehr Arbeit, wenngleich die neueren Versionen der PowerShell Extensions auch Snippets unterstützen. Ein paar Infos findet ihr unter der folgenden Adresse: https://code.visualstudio.com/docs/editor/userdefinedsnippets

Abbildung: Das WPF Dialogbox-Template in Aktion

Ein Gedanke zu „Grafische Oberflächen für PowerShell-Skripte – ein WPF-Template (Teil 1)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.